STATION ROSE

STATION ROSE - even STRibber EP

cz 019 12“ STATION ROSE  - even STRibber (june 2012)

A1-STRIB08
A2-Yachtklub-1
B1-MoveAround1
B2-99against1

Nach 20jährigem Aufenthalt in Frankfurt ist die "multimediale Audio-Visuelle-Band" Station Rose (Gary Danner & Elisa Rose) Mitte letzten Jahres wieder nach Wien gezogen. Mit der EP "Even STRibber" erscheint nun auf dem Wiener Label comfortzone quasi das musikalische Debüt dieser Ortsveränderung.

Dabei zeigen STR auf "Even STRibber" gleich auch ihre ganze stilistische Bandbreite. So war "STRIB_08" schon im Sommer 2011 als Soundtrack einer audio-visuellen STR-Installation im Wiener Museumsquartier zu hören. Sommerlich geprägt (die zerhackten Hintergrund-Sounds stammen von Kindern im Freibad), aber dennoch von einer aufziehenden Kaltwetterfront bestimmt, fährt uns diese Dubstep-Exploration mit zunehmender Hektik und einer unterirdischen Sinuswelle als Bass schlussendlich in durchaus technoide Gefilde.

Dort angekommen geht es mit dem Stepper "Yachtklub-1", dessen Basis-Loop übrigens auf dem NintendoDS von Gary Danners und Elisa Roses Tochter Kim programmiert wurde, gleich weiter. Jedoch sollte einen der Tracktitel nicht in die Irre führen. Denn statt zum Jet-Set geht es hier mittels dunkler Aquabässe und elektronischen Blubberblasen-Echos zu den Hallräumen der Tiefsee.

Szenenwechsel zu "MoveAround1", einem durchaus als psychedelische Folk-Ballade zu bezeichnenden Track, der hier als Live-Aufnahme (Live-Gitarre & Vocals, Harpsichord-Loop, Basstupfer mittels Zufallsgenerator) quasi die "Hausmusik"-Seite von STR zeigt. Aber auch vor allem Gary Danners Roots zwischen Psychedelic (wir erinnern uns dabei gerne an The Vogue die mit ihrem Hit "The Frozen Seas Of Io" schon 1981 Neo-Psychedelic vorwegnahmen) und Krautrock zum klingen bringt. Ein Track, der sich wie ein rückwärts laufender Kreisel in spiralförmigen Schleifen dreht.

Mit "99against1" gibt dann sogar noch einen Protestsong! Und das kam so: Zurückgekommen von der ersten Wiener Occupy-Veranstaltung am Heldenplatz Ende 2011 wurde sogleich der Computer angeworfen, um noch im direkten Nachhall der Demonstration einen Song zu produzieren. Zwar orientierte sich dabei das ursprüngliche Konzept noch vage an "Blowing In The Wind" (inkl. akustischer Gitarre), aber wie so oft, kam es auch hier anders. Kurz: Die Gitarre flog raus, tief gelegter Gummiband-Bass kam dazu und der Track wurde immer minimalistischer und technoider. Herausgekommen ist dabei ein Stück Musik, als Bestandsaufnahme eines Augenblicks, dass sich wohltuend vom Geschrei des wütenden Bürgertums unterscheidet, und zumindest für knapp zwei Minuten zeigt, dass mit den Mitteln von Pop immer noch eine politische Aussage getroffen werden kann.